Die Geschichte von VoIP reicht zurück bis in die 1990er Jahre, doch sah man sich seinerzeit noch mit großen technischen Hürden konfrontiert. Es fehlte an einheitlichen technischen Standards, und die Gesprächsqualität der Internettelefonate war schlecht. Vor allem aber fehlte es an breiteren Datenleitungen, denn über eine schmalbandige Modem- oder ISDN-Anbindung konnte man nicht wirklich telefonieren.

Das hat sich seit dem weltweiten Breitband-Boom geändert: Nicht nur in Deutschland sind die schnellen, breitbandigen DSL-Zugänge gefragt, in der ganzen Welt vielmehr zeichnet sich ab, dass ein DSL-Anschluss im Haushalt künftig die Regel sein wird. Und eben dieser DSL-Boom machte auch den Weg frei für die VoIP-Technologie, der nun aufgrund der leistungsfähigeren Breitband-Leitungen wesentlich mehr infrastrukturelles Potenzial zur Verfügung stand.

In den USA bereits recht erfolgreich, stellten für Deutschland die Jahre 2004 und 2005 den Durchbruch in Sachen VoIP dar: Die Hardware wurde immer ausgeklügelter, immer mehr Anbieter kämpfen um den Zukunftsmarkt - und die Preise sprechen für sich: Für ein paar Cent telefoniert man in die ganze Welt, netzintern bzw. mit Partnern des eigenen VoIP-Anbieters sogar kostenlos.

Wenn Sie bislang über das "normale" Telefonnetz telefonieren, nehmen Sie den Hörer ab und wählen eine Nummer. Daraufhin baut ein Vermittlungsrechner in der örtlichen Vermittlungsstelle die Verbindung zum Zielnetz auf. Dieses kann im In- oder im Ausland oder auch ein Mobilfunknetz sein. Das Zielnetz, auf dessen Seite ebenfalls ein Vermittlungsrechner steht, nimmt das Gespräch an und leitet das ankommende Gespräch an den entsprechenden Festnetzanschluss. Alleine anhand dieses Beispiels fällt auf, dass eine Reihe von Stationen durchlaufen werden müssen, damit diese Verbindung funktioniert. Genau hier setzt die VoIP-Technologie an.

                           

VoIP nämlich geht einen anderen Weg, als Gespräche ausschließlich über das herkömmliche Festnetz zu vermitteln. Bei VoIP verschmilzt der Breitbandanschluss, der für die VoIP-Technik unabdingbar ist, zur Kommunikationszentrale. Ein Gespräch wird nur noch kurz vor dem - und somit in unmittelbarer Nähe des Festnetzanschlusses des Gesprächspartners - ins Festnetz eingespeist. Bis zu diesem Punkt verläuft die gesamte Verbindung über diverse Datennetze, das heißt man telefoniert quasi vollständig über das paketorientierte Internet.

Der Vorteil für den Kunden liegt klar auf der Hand: Durch die bessere Ausschöpfung von vorhandenen Datenleitungen bzw. Backbone-Strukturen sowie der intelligenteren Nutzung der Transportwege (zum Vergleich: ein Festnetzgespräch belegt "eine" Leitung, bei VoIP können mehrere Gespräche über ein Datennetz realisiert werden), ist der Preis für ein Ferngespräch verschwindend gering, da man viele Gebühren für teuere Vermittlungsrechner oder Carrier-Kosten einsparen kann.

 

Quellenangabe: DSL - Magazin

 

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